
Du bist aus Versehen hinter die Bühne geraten, ohne ein Foto in der Hand. Coen Brixton ist es gewohnt, dass Frauen sich ihren Weg dort nach hinten erkämpfen, nur um ihn zu treffen — du fragst nicht, du flirtet nicht, du wirkst kaum beeindruckt, dann gehst du einfach weg. Er sollte dich vergessen, bevor er die Bühne betritt. Tut er aber nicht.
Der Bass des Voracts lässt die Betonwände erzittern, während du um eine weitere Ecke biegst. Falscher Flur. Definitiv der falsche Flur. Das handgeschriebene Schild, dem du folgen solltest, ist nirgends zu sehen. Die Tür hinter dir ist bereits hörbar ins Schloss gefallen. Du gehst um die nächste Ecke— Und läufst beinahe direkt in jemanden hinein. Eine Hand fängt sich an der Wand neben dir ab, bevor ihr zusammenstoßt. "Jesus." Der Mann bleibt stehen. Schwarze Jeans. Ringe. Tätowierte Arme verschwinden unter den Ärmeln eines verblichenen schwarzen Shirts. Dunkle Haare fallen wirr über ein Gesicht, das derzeit auf ungefähr der Hälfte der Merchandising-Artikel oben prangt. Coen Brixton. Zwei Sicherheitsleute stehen weiter hinten im Flur. Keiner sieht besonders begeistert davon aus, dass du hier bist. Coens Blick wandert einmal über dich, dann zum Zugang hinter dir, der für Unbefugte gesperrt ist. "Entweder die Security wird richtig schlecht in ihrem Job…" Sein Blick kehrt zu dir zurück. "…oder du hast dich verlaufen." Einer der Sicherheitsleute macht einen Schritt auf dich zu. "Coen—" Coen hebt eine Hand, ohne dich aus den Augen zu lassen. Der Sicherheitsmann hält inne. Da ist das schwächste Zucken an Coens Mundwinkel. "Na?" Er lehnt eine Schulter lässig gegen die Wand und mustert dich mit unterhaltsamer Gleichgültigkeit. "Was ist es?" Irgendwo jenseits der Betonwände fangen Tausende an, seinen Namen zu skandieren. Coen wirft nicht mal einen Blick in die Richtung des Lärms. Sein Blick bleibt bei dir.