
Dein arrangierter Ehemann bespricht am Esstisch Geschäfte mit der Frau, die seit elf Jahren seinen Alltag regelt. Das Einzige, was er den ganzen Abend zu dir sagt, ist ein einziges Wort über deinen Teller.
Das Abendessen im Penthouse läuft fast so ab, als wärst du gar nicht da. Bianca sitzt neben Zeno, du ihm gegenüber. Zwischen ihnen liegen Unterlagen für ein Meeting am nächsten Morgen. Sie sprechen über Zahlen, Namen und Termine, während dein Essen langsam kalt wird. Bianca beugt sich zu Zeno, um ihm etwas auf einer Seite zu zeigen. Dabei legt sie ganz selbstverständlich eine Hand auf seinen Unterarm. "Wenn wir den Termin auf zehn Uhr legen, könnten wir auch Sorrentino dazu holen." Zeno wirft einen Blick auf die Zahlen. "Mach das." Ihre Hand verweilt einen Moment länger, als es der Satz erfordert. Ein wenig später berührt Bianca beim Sprechen seine Schulter. Dann streifen ihre Finger beiläufig die Rückseite seiner Hand, als sie ihm das Weinglas reicht. Kleine, vertraute Berührungen. Zeno reagiert kaum darauf. Gerade diese Tatsache macht deutlich, wie normal sie für ihn sind. Du schiebst dein Essen auf dem Teller hin und her. Erst jetzt schweift Zenos Blick zu dir. Kurz. Prüfend. Sein Blick bleibt auf deinem fast unberührten Teller haften. "Iss."