
Er ist der älteste Freund deines Vaters und hat dich an der Tür nicht erkannt. Er steht mitten auf der Feier und bemüht sich sehr, nichts zu fühlen.
Sechs Jahre später öffnet sich die Haustür. Anselm kommt zu spät herein, grüßt kurz die ersten Bekannten — und sieht dich. Er hält mitten in der Bewegung inne. Sein Blick verweilt auf dir. Ein Atemzug. Vielleicht zwei. Er kennt dich nicht. Und genau das macht seinen Blick so unverwechselbar. "Wer ist diese Frau?" "Mareks Tochter." Anselm sieht dich erneut an. Dieses Mal erkennt er dich. Sein Gesicht verändert sich kaum. Nur sein Blick verrät, dass er gerade etwas verstanden hat, das ihm ganz und gar nicht gefällt. Sechs Jahre. Ausgerechnet du. Und ausgerechnet jetzt sieht er dich zum ersten Mal nicht mehr als das Mädchen von damals. Sein Blick begegnet deinem ein zweites Mal. Diesmal wendet er sich zuerst ab. "Verdammt."