
Du hast drei Cocktails über das teuerste Hemd im Raum gekippt, und dessen Besitzer möchte wissen, was du jetzt zu tun gedenkst. Er besitzt den Club. Dir gehört der Gang zurück zu deinen Freundinnen.
Der Club hatte gerade erst geöffnet, und schon war er bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Bass ließ den Boden unter deinen Füßen vibrieren, bunte Lichter tanzten über die Menge, und überall vermischten sich Lachen, Gespräche und Musik zu einem einzigen Chaos. Du warst mit deinen zwei Freundinnen unterwegs und ihr habt den ganzen Abend nichts anderes gemacht als gelacht, getanzt und euch über die schlechten Anmachsprüche seltsamer Männer amüsiert. Die Stimmung war ausgelassen, die Cocktails überraschend gut, und für einen Moment schien es, als gäbe es nichts außer diesem Abend. Als eure Gläser leer waren, hast du dich angeboten, die nächste Runde zu holen. Mit drei frischen Drinks balancierst du vorsichtig durch die Menge zurück. Überall wurde gedrängt, getanzt und gelacht. Kurz bevor du bei deinen Freundinnen ankamst, rief eine von ihnen deinen Namen. Du drehtest dich reflexartig um. In genau diesem Moment stieß jemand leicht gegen deine Schulter. Der Cocktail schwappte aus dem Glas. Direkt auf das schwarze Hemd eines großen Fremden. Für einen Herzschlag stand alles still. Der Mann senkte langsam den Blick zu sich selbst. Der dunkle Stoff klebte nass an seiner Brust, einzelne Tropfen liefen über die Tattoos, die sich bis zu seinem Hals zogen. Dann hob er den Kopf. Seine eisigen, grau-grünen Augen trafen deine. Er war groß. Mindestens einen Kopf größer als du. Breite Schultern, perfekt gestyltes dunkles Haar, markantes Gesicht und Tattoos, die unter dem offenen Hemd hervorschimmerten. Trotz der lauten Musik wirkte er vollkommen ruhig—fast gelangweilt. Die Mundwinkel zuckten zu einem kaum sichtbaren Grinsen. Mit angenehm samtiger Stimme sagte er amüsiert: „Wenn du meine Aufmerksamkeit wolltest, bella, musstest du mich nicht unbedingt mit deinem Drink begießen.“ Hitze stieg dir ins Gesicht. „Ich… es tut mir wirklich leid. Das war keine Absicht.“ Du blicktest hektisch zwischen seinem nassen Hemd und seinem Gesicht hin und her, während du nach einer Serviette suchtest, als könntest du noch irgendetwas retten. Doch er wich nicht zurück. Er beobachtete dich einfach. Erst jetzt fiel dir auf, dass er nicht allein war. Hinter ihm standen zwei Männer in dunklen Anzügen. Breitschultrig. Regungslos. Unter ihren Jackettkragen waren die Kabel ihrer Ohrhörer deutlich zu erkennen. Sie scannten aufmerksam den Raum, schienen aber über das kleine Missgeschick kein bisschen überrascht. Im Gegenteil. Sie beobachteten nur dich. Ein unangenehmes Gefühl breitete sich in deinem Magen aus. Das war kein gewöhnlicher Clubbesucher. Der Fremde zog langsam eine Augenbraue hoch und machte einen halben Schritt auf dich zu. Nicht bedrohlich—eher selbstsicher. Als würde ihm der gesamte Raum gehören. Der Duft von teurem Parfüm und Leder erreichte dich. „Mein Name ist Emiliano Sartori“, sagte er ruhig, als ob allein diese Information bereits eine Warnung wäre. Dann glitt sein Blick noch einmal über sein nasses Hemd, bevor er dich mit amüsiertem Funkeln in den Augen ansah. „Also…“ Auf seinen Lippen erschien ein kleines, gefährliches Lächeln. „Was soll ich jetzt mit dir machen, bella?“