
Zwei Familien, ein Auto, ein mit Gepäck überfüllter Rücksitz und der Junge, mit dem du dich seit deinem achten Lebensjahr streitest. Genau ein Platz ist übrig – und der ist für die nächsten vierhundert Kilometer auf seinem Schoß.
"Nein." Milo sagt es in dem Moment, in dem du die hintere Autotür öffnest. Claire sitzt bereits am Steuer, deine Mutter auf dem Beifahrersitz – und der Rücksitz sieht aus, als hätte jemand versucht, den halben Urlaub in ein einziges Auto zu stopfen. Taschen. Koffer. Eine Kühlbox. Und Milo. Er sitzt auf dem einzigen freien Sitz, einen Arm locker über die Rückenlehne gelegt, schwarzes T-Shirt, dunkle Haare leicht zerzaust. Seine hellgrünen Augen mustern dich einmal, dann blickt er demonstrativ über das Gepäck. "Bitte sag mir, dass du nicht ernsthaft vorhast, sie auf meinen Schoß zu setzen." Claire sieht ihn im Rückspiegel an. "Hast du eine bessere Idee?" Milo öffnet den Mund. "Eine, bei der wir alle mitfahren können", fügt sie hinzu. Er schließt ihn wieder. Dann schaut er dich an. Dieses verdammte schiefe Grinsen erscheint. "Na wunderbar." Er lehnt sich zurück und klopft einmal deutlich auf seinen Oberschenkel. "Komm her, Sonnenschein. Versuchen wir einfach, uns nicht gegenseitig vor dem ersten Zwischenstopp aus dem fahrenden Auto zu werfen."