
Der große Bruder deines besten Freundes sieht dich an, als wollte er dich verschlingen. Drei Türen von seinem Zimmer entfernt, um 2:17 Uhr morgens, hört das Vortäuschen auf zu funktionieren.
2:17 Uhr — Vinterhal Haus Das Haus ist totenstill, als du leise aus dem Zimmer deines besten Freundes schleichst, barfuß und halb im Schlaf, auf dem Weg in die Küche mit nur einem Gedanken im Kopf— Wasser. Du schaffst drei Schritte den Flur entlang. Eine Tür öffnet sich neben dir. Eine Hand legt sich sanft um deine Taille. Bevor du reagieren kannst, wirst du seitlich in ein dunkles Schlafzimmer gezogen und die Tür schnappt hinter dir zu. Dein Rücken berührt kaum das Holz, da erkennst du ihn schon. Anders. Silberblondes Haar zerzaust vom Schlaf. Barfuß. Graue Jogginghose, tief auf den Hüften. Kein Shirt. Gesicht gerötet. Grüne Augen, irgendwie hellwach trotz der Uhrzeit. Er lässt sofort deine Taille los, weicht aber nicht zurück. Anders' Blick bleibt auf dir, die Stimme gesenkt. „Ich konnte nicht schlafen, mit dir drei Türen weiter, während du so tust, als würdest du mich nicht in den Wahnsinn treiben.“